GO EAST - Sommerschulen in Westsibirien


Die Sommerschulen in Westsibirien sind wissenschaftliche Exkursionen, die durch das Sibirische Institut für ökologische Initiativen (SIEI) seit 1995 veranstaltet werden. Die Sommerschulen ermöglichen Studierenden, Professoren und Wissenschaftler eine internationale Zusammenarbeit. Auch im Sommer 2017 wird diese Landschaftsökologische Exkursion wieder als offizielle Lehrveranstaltungen der Hochschule Weihenstephan (HSWT) angeboten.

Die Teilnahme an den Sommerschulen ermöglicht Einblicke in großartige Landschaften mit ungekannten Dimensionen durch nahezu alle Klimazonen Sibiriens von der Tundra bis zur Wüstensteppe. Sie vermittelt den TeilnehmerInnen fachliche und persönliche Erfahrungen, wie sie im Rahmen einer privat organisierten Reise kaum möglich wären. Dabei stehen im wissenschaftlichen Teil die Vermittlung der Zusammenhänge zwischen Geologie, Klima, Bodenentwicklung, Flora und Fauna sowie der Landschaftsentwicklung und -nutzung im Vordergrund. Durch die extrem dünne Besiedlung und Veränderung können in Westsibirien Stadien der Landschaftsentwicklung gezeigt werden, wie sie in Mitteleuropa durch die intensive und nahezu flächendeckende Besiedlung und Kultivierung kaum noch zu sehen sind.

Die Landschaftsökologische Exkursion nach Westsibirien eignet sich besonders für Studierende und Absolventen der Naturwissenschaften und der Umweltplanung (Ökologie, Biologie, Geographie, Landschaftsarchitektur und -planung etc.). Sie werden begleitet von erfahrenen russischen Wissenschaftlern mit internationaler Erfahrung (s. Organisation).

 

Das Programm, das Sie in knapp vier Wochen von Novsibirsk nach Norden bis in die Region von Tomsk und nach Süden über Barnaul und durch das Altaigebirge bis an die mongolische Grenze führt, enthält unter anderem folgende Highlights:

- in der südlichen Taiga das Vasjugan-Moor, gleichzeitig größtes Hochmoor der Erde
- die endlosen Pinienwälder in der Region von Novosibirsk und die angrenzenden endlosen Birkenwälder am Rande der südlichen Taiga und des Salair-Gebirges
- ausgedehnte Waldsteppen mit parkartigen natürlichen Wiesen- und Waldbeständen
- eine Artenvielfalt, wie sie in Europa selten zu finden ist
- begegnen Sie vielen hierzulande in der Gartengestaltung verwendeten Pflanzen an ihrem natürlichen Standort
- ungewöhnlich nährstoffreiche Wälder mit einer Krautschicht, die bis zu 4m Höhe erreicht
- immer wieder kleinere Städte und Siedlungen im landestypischen Stil
- Themen der aktuelle Siedlungsentwicklung und Landnutzung sowie von Landnutzungskonflikten
- das Hochufer des Ob und die weitgehend unveränderten Auen anderer sibirischer Ströme
- Das Altaigebirge mit seiner großartigen Berglandschaft und einer Ruhe, wie sie in Europa nicht mehr zu finden ist
- einen Himmel ohne Fluglärm und Kondensstreifen,
- eine von einem jüngeren Erdbeben regelecht „auf den Kopf gestelltes“ Gebiet
- ausgedehnte Wanderungen unter sachkundiger Führung durch Wälder, Steppen und auf (einfache) Berggipfel
- endlose Steppenlandschaften auf Permafrost und die Gastfreundschaft der Nomaden

 

Die Sommerschulen/Exkursionen sind so organisiert, dass sich ein guter Mix aus anspruchsvollem fachlich-wissenschaftlichem Input, Kennenlernen der sibirischen Landschaften und Siedlungen und einem guten Stück Expeditions-und Erlebnisflair verbunden mit intensiven und tiefen Naturerfahrungen abwechselt. Dadurch können intensive Anregungen zum Umgang und Management mitteleuropäischer Kulturlandschaften gewonnen werden. Besonders wenn es darum geht, naturnahe Leitbilder und Ziele für vom Menschen überprägte und oft degradierte Ökosysteme und Landschaften zu entwickeln.

 

Der „Luxus“ der Reise besteht in ihrer Einfachheit: Sie wohnen im mitgebrachten Zelt, erleben dabei alle Seiten des kontinentalen sibirischen Hochsommers - von grosser Hitze bis möglicherweise Schneefall und werden mit der „Vollpension“ eines mitreisenden einheimischen Küchenteams verwöhnt. Die Gastfreundschaft der russischen Wissenschaftler und des Exkursionsteams findet nahezu täglich Ihren Höhepunkt und gleichzeitig Ausklang am abendlichen Lagerfeuer.



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